Ascona, du Schöne im Winterschlaf

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Franziska entdeckt «Bella Svizzera» im Tessin. Wohl weilt die «Schöne» noch im Dornröschenschlaf, aber es benötigt nur wenige warme Sonnenküsse und die Holde blüht auf.

Ja die Schweiz ist schön und wird oft viel zu wenig beachtet. Warum? Sie lebt ihre extrovertierte Seite sehr selten aus. Manchmal lässt sie sich zu farbenprächtiger «Italianita», zu eleganter «Grande Nation» oder auch mal zu «bodenstädigem Hoselupf» verführen. Aber meist hält sie sich dezent im Hintergrund.

Franziska geht das Risiko ein und sucht im Süden des Landes die heissblütige Schweiz. Durch den Neattunnel ist die Fahrt mit dem Zug von Zürich ins Tessin ein Katzensprung.

Kaum in den südlichen Gefilden angekommen fühlt sie sich wie Rapunzel im Turm. Das Hotel Castello Seeschloss, Ascona bietet südländisches Ambiente mit Palmen, weissen filigranen Gartenstühlen und kristallklarem Pool. Sie lernt die drei «K» kennen. Nein, nicht die kleingeschriebenen «kommandieren, kontrollieren, korrigieren», sondern die grossgeschriebenen, «Kunst, Kulinarik und Kamelien»

Sie bewundert in der Galleria Sacchetti füllige Damen aus Equador welche die Last des Daseins auf ihren Köpfen tragen. Hüllt sich in leuchtendes Orange mit Jaguarprint und geniesst frische Lachsforelle und süsse, schaumig geschlagene Zabaione.

Um ihrer Lebensfreude Ausdruck zu geben und die schlafende Schönheit der Schweiz zu wecken singt Francesca mit Francesco ein Ständchen auf dem leicht errötenden Quai von Ascona.

Oha, Sie haben es bemerkt, die Kamelien fehlen. Ja, da gibt es nur eine Lösung, lesen Sie den neuesten Reisebeblog von Franziska und sie werden auch die fehlenden Kamelien sehen. 😉 Ich wünsche Ihnen viel «Dolce Vita» über Ostern und unterhaltsame Minuten mit der Lektüre von Francescaontour. Erna

https://www.francescaontour.ch/2018/03/26/bella-svizzera-1/

https://www.francescaontour.ch/reiseblog-das-neuste-1/

http://www.castello-seeschloss.ch/

http://galleriaberno.ch/?page_id=761

Italiano Scarpuscia – Graziellas wunderbare Welt!

DSC_1031Graziella Maggi schreibt über das „Leben als Wunderbares“ und dies tut die 72 jährige Tessinerin auf tiefgründige, einzigartige Weise.  Nach einem schweren Unfall hätte sie verzweifeln können, aber sie wählte einen anderen Weg und schenkt uns Literatur die beflügelt und inspiriert. Grazie Graziella!

Nie hätte Graziella Maggi zu träumen gewagt, dass sie eines Tages, genauer gesagt am 14. September 2017, vor einem prall gefüllten Saal ihr Gedichteband vorstellen würde. Gedichte, die sie, in aller Stille für sich, in ihr Notizbuch schrieb. Tiefgründige Gedanken und Fragmente eines bewegten Lebens. Prosaisch verpackt in in Wortekonstrukte, die den Leser unweigerlich in ihren Bann ziehen. Bei diesem stillen Schreiben wäre es auch geblieben, wäre da nicht ihre vife und patente Assistentin Flora Gravina gewesen. „Cosa scrivi? Was schreibst Du?“ Eine Frage die alles ins Rollen brachte. Graziella bekannte Farbe und Flora, selber literarisch aktiv, übernahm die Regie. Es folgten Teilnahmen beim „Concorso per opere inedite“  in Rom 2016 wo Graziella den zehnten Platz belegte mit ihrer Prosa. Bald gefolgt vom siebten Platz bei  einem weiteren Concorso inedite, diesmal in Venedig im Juli 2017. Beflügelt vom Erfolg entstand das Büchlein: Italiano Scarpuscia‘.

„Ich schreibe über Alltägliches, Kleinigkeiten. Während meiner Physiotherapie in Melano sehe ich auf den See und die Schönheit des Augenblickes inspiriert mich. Eine Schnecke die morgens meinen Weg kreuzt weckt einen literarischen Gedanken in mir. Ich bin umgeben von Inspiration und ich erlebe mein Leben als etwas Wunderbares.“ Erzählt Graziella Maggi lachend. Es ist dennoch kein einfaches Leben. Ihr Geburtsdatum und Ort, weist den 24.08.1945 in Arogno aus. Doch gemäss eigener Aussage wurde sie 1974 neu geboren. Da nämlich erwachte sie im Universitätsspital Zürich aus ihrem neunmonatigen Koma, verursacht durch einen schweren Autounfall. Es folgten mehrere Operationen und ein langer Weg zurück ins Leben. Sie schmunzelt: „Die Ärzte sprachen von einem medizinischen Wunder welches mir ermöglichte wieder zu laufen zu sprechen und sogar Auto zu fahren. Ich sehe es auch als ein Wunder aber kein medizinisches.“ Und deutet nach oben, schlug sie doch just an dem Tag die Augen auf als die jährliche Madonna Prozession in Arogno begann. Ihr Glauben ist somit tief und sie ist für alles dankbar sei es noch so profan. Auf ihr Buch Italiano Scarpuscia‘ darf sie mit Sicherheit stolz sein. Das ganze Dorf ist es. An dem Abend im September war auch der letzte Platz besetzt im Saal Alessandro Vanini des Gemeindehauses von Arogno. Den Abend eröffnete der Sindaco Corrado Sartori, ein Freund von Graziella Maggi aus Kindertagen. Flankiert wurde er von Don Pietro, dem Pfarrer von Arogno. Graziella erklomm gestützt von ihren beiden Betreuerinnen Flora und Angela das Podium. Dort sass sie  gemütlich in einem bequemen Sessel und erzählte wie sie nach ihrer Wiedergeburt, so nennt sie es, 1975 zu schreiben begann.

MaggiVorgetragen wurden die Gedichte mit viel Pathos von Flora Gravina. Zwischendurch wurden typische Tessiner Sprichwörter eingestreut, die auch im Buch zu finden sind und die einzelnen Abschnitte markieren.  Der Abend stellte einen weiteren Meilenstein im Leben von Graziella Maggi dar. Wer glaubt dass sie sich nun mit zweiundsiebzig alles erfüllt hat der täuscht sich. Das nächste Projekt steht an, ein Märchen für Kinder schwirrt in ihrem Kopf herum und wird sicher, mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Assistentin, auch wieder den Weg zum Buch finden. Das Schreiben ist ganz klar für sie mehr als nur Hobby, es ist eher Therapie mit Tiefsinn und  auch Dankbarkeit ein zweites Leben geschenkt bekommen zu haben. Monika

Legende zum Foto: sitzend Graziella Maggi, stehend von links Don Pietro, Angela Campailla , Flora Gravina und eine Besucherin, Bürgermeister Corrado Sartori

Büchlein mit italienischen Gedichten, Bestellungen:
Disponible anche in e-book

http://www.alettieditore.it/emersi/2017/Maggi.html